Zukunftsforscher Opaschowski bei der Wirtschaftsregion Mittelbaden

In einem hoch interessanten Vortrag unter dem Motto „Deutschland 2030 – Wie wir in Zukunft arbeiten, leben, wohnen“ beleuchtete der bekannte Zukunftsforscher Prof. Dr. Horst W. Opaschowki am vergangenen Donnerstag im „Maison Messmer“ in Baden-Baden die zukunftsbestimmenden Trends der kommenden Jahrzehnte. Veranstalter war der Interessenverband Wirtschaftsregion Mittelbaden (WRM), ein Zusammenschluss mittelbadischer Kommunen und Firmen.

Opaschowski stellte überzeugend und ausführlich dar, wie sich die Gesellschaft in den wesentlichen Bereichen entwickeln wird und was dies für die Menschen, die Kommunen und die Betriebe bedeutet. Nach seiner Überzeugung wird der Trend zur Urbanisierung weiter anhalten. In 15 bis 20 Jahren werden die Menschen mobiler, die Bindung an den Wohnort lässt nach. Der Bürger wird nicht mehr bereit sein, als Pendler weite Strecken zur Arbeit auf sich zu nehmen, sondern er wird dahin umziehen, wo er Arbeit und Infrastruktur vor Ort findet. Gleichzeitig wird sich der jetzige Trend von der Spaßgesellschaft (O-Ton Opschowski: „Ichlinge“) hin zur kreativ schaffenden, familienorientierten Gesellschaft vollziehen.

Auf Nachfrage von Horst Fritz, Forbacher SPD Vorstandsvorsitzender und mit seiner Firma Mitglied der WRM, stellte Opaschowki die Chancen und Risiken für kleine Kommunen am Beispiel Forbachs dar. Es werden langfristig nur die Kommunen überleben, die ein attraktives Ortsbild und eine intakte Infrastruktur erhalten und aufbauen. Kleine Orte werden sich zu größeren Einheiten zusammenschließen müssen, um wichtige Einrichtungen in guter Qualität vorhalten und finanzieren zu können. Willkommenskultur wird zum Standortfaktor. Wichtigster und entscheidender Faktor, um Jugendliche und Erwachsene an den Ort zu binden, wird das Angebot an Arbeits- und Ausbildungsplätzen im Ort sein. Dazu sind rechtzeitige Investitionen der Kommune notwendig, die sich aber langfristig auszahlen und die Existenz des Ortes sichern. Reine Wohnorte haben langfristig keine Zukunft.

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